Canon Canonet QL17 GIII


 

Canon Canonet QL17 GIII

Nie wieder Canon, das war eines der Prinzipien die ich pflegte nachdem ich mit einer EOS 500 ein heftiges Debakel erlebt hatte. Sie sollte damals ein großer Schritt sein. Es wurde ein Schritt, aber in die verkehrte Richtung, zumindest für mein Empfinden.
Eine Menge Zeit ist seit dem vergangen und meine Einstellung hat sich Aufgrund der verblassenden Erinnerung auch ein wenig geändert. Es muss nicht unbedingt Canon sein lautete das Motto dann. Das wurde alles anders als ich die QL17 eines Fotofreundes in die Hand nehmen durfte. Ein wirklich schönes Stück Technik. Also habe ich sie danach mit in den Kreis der möglichen Anschaffungen aufgenommen, so mir den eine günstig über den Weg läuft. Die Kamera die sich jetzt als finales Mitglied in meinem Ausrüstungsregal betrachten darf, ist seit dem schon die vierte Kamera des Typs. Allerdings ist diese in tadellosem Zustand und sieht aus wie neu, was nicht unbedingt normal ist, eben der Grund warum ich sie nicht wieder austauschen werde.

Canon Canonet QL17 GIII, Sucher

Als Letzte ihrer Art könnte man sie bezeichnen, etwas in dieser Form hat es bei Canon nach ihr nicht mehr gegeben. Als hätten das die Entwickler gewusst, haben sie ihr auch alles mitgegeben was zu diesem Zeitpunkt möglich war. Ein sehr gutes und lichtstarkes Objektiv, eine Blendenautomatik, eine vollmanuelle Steuerung und eine sehr guten Sucher. Zusätzlich sind auch noch jede Menge Gimmicks eingebaut, die automatische Filmeinfädelung ist schon ein schönes Spielzeug. Am Anfang hatte ich so meine Bedenken ob das problemlos funktionieren wird, aber ich habe bestimmt schon 30 oder 40 Filme ohne Probleme in der Kamera gehabt und mein Vorbesitzer nach eigenen Angaben um die 100 bis 200 auch ohne irgendein Problem. Spricht ja für die Lösung, auch wenn ich eher für einfache Lösungen bin. Die elektronischen Spielereinen gehen sogar so weit dass selbst die Empfindlichkeitsabfrage elektronisch stattfindet, was nur wirklich nicht dem Standard der Zeit entsprach.

Canon Canonet QL17 GIII, Detail

Zur Kamera selbst, ich arbeite sehr gern mit ihr, mittlerweile ist sie neben der Auto S3 bei mir am häufigsten im Einsatz. Das will schon was heißen für eine Canon. Der Sucher ist schön hell, bis in die Ecken und der Entfernungsmesser groß, genau und kontrastreich. Ich hatte bisher noch keine Probleme richtig scharf zu stellen, auch bei schwierigen Lichtsituationen nicht. Meiner Meinung nach, ebenfalls neben der Auto S3, der beste Sucher der damaligen und heutigen Zeit, wenn man die Produkte aus Solms und ähnlich äußerst teures Equipment mal ignoriert.
Das Objektiv ist viel diskutiert wie ich mittlerweile heraus gefunden habe. Viele bezeichnen es nur als „so la la“ andere als „absolut überragend“, dazu gibt es dann noch dutzende Vergleiche mit anderen Kameras und Objektiven verschiedener Herkunft und Bauart. Ich persönlich finde dass es sehr scharf ist und „knackige“ Kontraste bringt, auch bei Offenblende, obwohl es sich nur um einen Sechslinser handelt. Gerade bei Offenblende bin ich sehr zufrieden mit dem Objektiv, die Vignettierung ist tolerierbar und die Schärfe entspricht so manchem sehr guten 50er SLR Objektiv das ich besitze. Kein Grund zum Klagen also. Das Einzige (sehr subjektiv) bessere Objektiv hat wohl Yashica an der Electro 35 verbaut, die aber deutlich größer und schwerer ist.

Canon Canonet QL17 GIII, Objektiv

Leider scheint nicht nur die Sonne auf die QL17, nicht alles ist optimal gelöst. Das Gravierenste ist wohl die Abschaltung des Belichtungsmessers wenn man die Kamera in den manuellen Modus schaltet. Der Sinn dahinter lässt sich für mich nur schwer nachvollziehen, also doch wieder Canon *lol*. Die anderen schattigen Seiten waren wohl nur bedingt voraus zu sehen, die Batterien und die Lichtdichtungen.
Die zu der Zeit üblichen Quecksilberbatterien fanden auch in der QL17 Verwendung (PX625), was mangels Ersatz Heute ein mittelgroßes Problem ist. Ich verwende „gewöhnliche“ 1.5V LR9 (oder wie immer dieser Typ sonst noch heißen mag). Da ich keine Diafilme oder wenn mit externer Refernz in der Kamera verwende, ist das Problem für mich tolerierbar. Ist hier und da mal von Schwankungen von bis zu 2 Blenden berichtet, die ich aber nicht nachvollziehen kann, zumindest in meinem Modell arbeitet der Belichtungsmesser sehr genau und gleichmässig.
Der zweite Punkt sind die Lichtdichtungen, bisher habe ich noch kein Modell gesehen an dem die Originaldichtungen noch intakt waren, was mir auch von vielen anderen Besitzern bestätigt wurde. Entweder man bekommt ein Modell an dem die Dichtungen schon erneuert wurden oder man wird gezwungen sein sie selbst zu erneuern, was aber nicht sooo schwierig ist. Da ich gerade für einen Bekannten eine Kamera aufarbeite, werde ich ein paar Fotos machen und ein paar Worte zu dem Thema verlieren, die Dichtungen sind sicher kein Grund eine derart gute Kamera vorbei ziehen zu lassen…..

Als Fazit ist die Kamera aus meiner Sicht eine sehr gute Kamera. Ich benutze sie mit viel Freude und würde sie mir auf jeden Fall wieder kaufen. Allerdings sollte man die Preise ein wenig im Auge behalten und sich ein wenig in Geduld üben, die Preise schwanken ziemlich stark.

Bildbeispiele

 

Kodak Supra 400, Joshua Tree NP

Kodak Portra 400VC, Time Square

 

Kodak EliteChrome ExtraColour 100, Schweriner Schloß

Kodak PlusX 125, Erntedank



 

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