Minolta Dynax 7


 

Minolta Dynax 7, Maxxum 7

Geht ja gleich gut los, denn meine Dynax 7 heißt Maxxum 7. Das war so eine kleine Besonderheit die Minolta über Jahre bei den AF Kameras gepflegt hat. In Europa hießen sie Dynax (wobei mir bis zum Schluss niemand sagen konnte wie genau man das ausspricht, ob Deinaks oder Dünaks), in Amerika Maxxum und in Asien Alpha. Na ja in Asien hat Sony das wohl übernommen und das nun globalisiert.
Aber zurück zur Kamera an sich. Diese eine Kamera ist im AF Bereich ganz sicher meine Liebste. Ich habe noch einiges mehr, auch Töchter von anderen Vätern, aber trotzdem bin ich über die Jahre mit meiner (meinen) Dynax 7 sehr zufrieden und kann sie unbedingt weiter empfehlen. Gern möchte ich auch erklären warum. In der qualitativen und ausstatterischen „Umgebung“ der Dynax 7 aus dem hause Minolta befanden und befinden sich Dynax 9 und 5, die Dynax 9 als höherwertiges Modell und die Dynax 5 darunter angesiedelt, sowie die Dynax 700si/800si. Die Dynax 5 war aber nicht mehr wirklich eine Konkurenz, da sie weder in Ausstattung noch in der Leistung mithalten konnte.

Minolta Dynax 7, mit 4-4.5/28-135

Ich hatte sie alle und habe sie auch alle „im Feld“ benutzt und bin doch bei der Dynax 7 geblieben. Die Dynax 800si war mein Ausgangspunkt in benanntem Teilnehmerfeld und insgesamt zu langsam, was zu Beginn auch der entscheidende Faktor gegenüber der Dynax 7 war, Der AF war einfach langsamer und nicht so treffsicher. Ich habe mich nach dem Wechsel wirklich schnell von ihr getrennt, obwohl ich viele Erinnerungen an das Gehäuse binde die ich kaum missen mag. Dann war die 7 für lange Zeit mein Standardgehäuse (mit kleinen Affairen im MF Bereich), bis die digitale Revolution kam und die analogen Gehäuse quasi über Nacht „wertlos“ waren, nicht ganz aber doch fast. Da war dann auch schnell eine Dynax 9 angeschafft und eine Dynax 5 als Geschenk (!!!) in der Vitrine. Die 9 habe ich zwar immer noch, aber nutzen tue ich sie kaum bis nie, sie ist mir einfach zu schwer und es fehlen Details die ich an der 7 wirklich zu schätzen gelernt habe. Die 5 ist mir als Standardgehäuse einfach zu klein, selbst mit Handgriff werd ich damit nicht glücklich, dabei habe ich gar nicht solche Pranken.

Minolta Dynax 7

Was die 7 hat und die 9 nicht ist die native SSM Unterstützung. Ich besitze das 2.8/70-200 SSM und das Zeiss 2.8/24-70 SSM, damit ich beide an der 9 hätte benutzen können hätte ich sie teuer umrüsten müssen. Damals wollte ich mir das nicht leisten, Heute ist es ungewiss oder nicht mehr möglich, da die Minolta Kamerasparte nicht mehr existiert. Gemacht habe ich es dann doch, dank einer Aktion im Minolta-Forum. Dann ist da das Display auf der Rückseite, welches ich wirklich gern nutze und das ich an so gut wie jeder anderen analogen Kamera vermisse. Ich war vor dem Kauf nicht sicher ob so ein Display wirklich sinnvoll ist, aber hat man sich dran gewöhnt (ist man infiziert) kommt die Frage auf wie man je zweifeln konnte. Es ist ein Killerfeature und der wichtige Grund die 7 der 9 vorzuziehen. Der Fairness halber muss hier erwähnt sein das es eine Datenrückwand für die 9 gibt die das Feature nachrüstet, die ist aber teuer und selten. ich habe sie nur einmal in Aktion gesehen und zum Verkauf vielleicht ein oder zwei mal. Günstig war sie aber nie.

Minolta Dynax 7, Rückdisplay

Minolta Dynax 7Mit dieser Wand würde auch das zweite Killerfeature der 7 an der 9 nachgerüstet werden, die Möglichkeit die Aufnahmedaten jeder einzelnen Aufnahme auf einem kamerainternen Speicher festzuhalten. Die Standard Dynax 7 kann die Daten für 7 Filme a 36 Aufnahmen intern halten, was an sich relativ wenig ist, 7 Filme sind schnell verschossen, aber Minolta hat als Extra ein kleines Werkzeug mitgeliefert das die Anzahl quasi auf unendlich erhöht, den DS-100. Es handelt sich dabei um einen Datenspeicher mit Schnittstelle zur Kamera über das Bajonett. Von da aus ließt der Data Saver den internen Speicher aus und speichert alle Werte auf einer Smartmedia Karte. 4MB werden mitgeliefert, ich habe eine 16MB drin, welche wohl für alle Filme die ich jemals mit der 7 verschießen werde reichen wird. Praktisch ist das man die individuellen, eindeutigen Filmbezeichnungen konfigurieren kann, so ist es ohne Probleme möglich die Daten zweier Kameras auf einer Karte zu speichern. Mittlerweile ziehe ich diese Art der Datenvorhaltung dem Einblenden der Daten in den Steg zwischen den Aufnahmen eindeutig vor (so wie die Contax RTS III das macht), ich lasse meine Dias meist gleich bei der Entwicklung rahmen, womit ich es dann nicht mehr lesen kann. Außerdem müsste ich die Daten für mein digitales Archiv noch einmal abschreiben, was für 20 bis 30 Filme nach einem Urlaub doch recht mühselig sein kann. So brauche ich nur scannen und die Daten dann per Skript ins EXIF schreiben.

Nun habe ich gar nicht so viel über die Standardfeatures geschrieben, aber die kann man ja überall nachlesen. Da kann ich nicht mehr schreiben als ohnehin im Handbuch steht. Soviel so aber in jedem Falle erwähnt, sie kann eigentlich alles was man in dieser Klasse erwartet und was die Konkurrenz auch kann. Ich habe keine wesentlichen Unterschiede zu einer EOS3/33 oder F100 in der praktischen Arbeit feststellen können, außer das die F100 keine Spiegelvorauslösung hat und sich die an den EOS besser konfigurieren lässt.
Was die Kamera besonders macht ist eben das Rückwanddisplay und der Datenspeicher.

Minolta Dynax 7

Na ja, und subjektiv bleibt dann noch die sehr gute Balance der Kamera, sie liegt exzellent in der Hand mit so gut wie jedem Objektiv das ich habe und sie ist mit Handgriff genau für meine Hand gemacht. Das ist dann das endgültige Aus für meine 9 gewesen, ohne Handgriff zu klein, mit handgriff zu groß, superklobig und zu schwer. Sie harmoniert nicht mit meinen Stativköpfen und eckt bei einigen Objektiven an der Stativschelle an.

Im analogen AF Bereich wird sich wohl nichts entscheidendes mehr tun, daher wird sich da auch an meiner Meinung nicht mehr viel ändern, höchstens an der Stückzahl im Regal :D.

Einmal 7 immer 7

Bleiben noch die Beispielbilder, ich weiß nicht ob die in diesem Fall so aussagekräftig sind wie sie es zum Beispiel bei einer Sucherkamera sind. Schliesslich ist dort das Objektiv fix am Gehäuse und jeder erhält quasi das identische (zumindest sollte das so sein). An einer SLR ist das ja nicht ganz so, hier hängt die Abbildung schon sehr stark vom adaptierten Objektiv ab.
Also Beispiele gibt’s nicht hier, sondern bei den Objektiven :).

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