Minolta X-700


 

Minolta X-700

Meine X700, wie man auf den Bilder leicht erkennen kann habe ich mir die Mühe erspart sie so erscheinen zu lassen als ob sie ihr Dasein in einer staubfreien Vitrine fristet. Tatsächlich wäre das auch gelogen, denn in der Vitrine steht sie kaum. Genau diese abgebildete X700 habe ich seit fast 20 Jahren (na sagen wir mal gut 19, aber es werden sicher 20 werden :) und ich nutze sie so gern wie eh und je.
Damals habe ich sie mit einem MD.Rokkor 1.7/50 und ein wenig Zubehör für satte 500 Mark übernommen. Stolze Summe zu dieser Zeit, die sich aber sauber wieder rein gespielt hat. Wir hatten so unsere Höhen und Tiefen, haben aber die Jahre gut gemeistert denke ich.

X-700

Heute habe ich sie aufgrund der sinkenden Preise natürlich viel besser ausgestattet, ich habe eine Gitternetzmattscheibe drin, das „Multi Function Back“ (MFB) dran, den „Motor Drive“ (MD-1) drunter und den „Power Grip 2“ (PG-2) für die Blitzarbeit bereit liegen. Damals hätte ich das nie bezahlen können, aber Heute machen diese Teile die Kamera echt konkurrenzfähig. Ich meine ich habe ein Faible für MF Kameras (MF für Manual-Fokus nicht für Mittelformat, obwohl das auch stimmen würde) daher ist dieser systematische Nachteil eigentlich keiner, die Kamera hat keinen AF. Da mir das nichts ausmacht komme ich dann zu einem Vergleich der das außer acht lässt. Die Gitternetzmattscheibe ist wirklich sehr gut und hat den Vorteil (zumindest für mich) das sie komplett klar ist, heißt keinen Schnittbildindikator. Sie zeigt über die gesamte Fläche die tatsächliche Tiefenschärfe an und das mit dem Bonus der Linien, bedeutet mehr schrfe Bilder (mit der Schärfe da wo ich sie gern hätte) und weniger Bilder mit schiefem Horizont. Die Mattscheibe hätte ich zum Zeitpunkt des Kaufes wahrscheinlich einfacher bekommen, aber günstiger wäre sie sicher nicht gewesen.

X-700 Multifunction Back

Dann ist da das MFB, das zum ersten mal in der Historie von Minolta mehr Funktionalität bot als schlicht irgendwelchen Kram direkt ins Bild einzublenden (wer braucht bitte so was). Besonders seien hier die Belichtungsfunktionen hervor gehoben. Es lassen sich Intervalaufnahmen steuern, genauso wie Belichtungszeiten weit über die standardmäßige Sekunde hinaus, nämlich bis zu 30 Minuten. Das machen die Kamerabatterien zwar nicht all zu oft mit, aber Zeiten zwischen 30 Sekunden und 4 Minuten steuere ich dann doch so öfter einmal bei. Happig sind allerdings die 4x SR44 die die Rückwand zusätzlich zu den in der Kamera benötigt. Aber sie halten wenigstens zwei Jahre, wenigstens ein kleiner Trost.
Mir sehr wichtig ist der MD-1, liegt dadurch die Kamera deutlich besser in der Hand und der „händische“ Aufzug entfällt. Zusätzlich gelangt man auch in die Position mal eine Serie zu schießen. Braucht man nicht oft aber wenn man es braucht stört es wohl eher die Funktion nicht zu haben. In der Tat ist es ein Stück Ausrüstung das mir an der XD fehlt, dort wäre ein richtiger Handgriff (wie ihn die R4 besitzt) schon wünschenswert.

Minolta X-700

So hat man eigentlich schon eine fast rundum komplette Kamera, was fehlt ist leider die Spotmessung, die man nicht nachrüsten kann, aber an diesen Makel habe ich mich gewöhnt, es stört nur sehr selten. Die paar Male schimpfe ich dann gern und verweise auf meine FM3, und beruhige mich dann wieder und renne doch wieder mit der X700 los.
Kleine Boni sind für mich der Powergrip, der einen dann gern erscheinen lässt wie einen Reporter in den Vierziger und Fünfziger Jahren, so mit komplett von Kamera verbauter Sicht fotografierend. Natürlich daran adaptiert der 360PX Blitz, der auch für wenig Geld zu bekommen ist.
Eigentlich kann man so schöne Sachen für das Minolta SR Bajonett bekommen das es hier sehr weit vom Thema wegführen würde sie hier alle zu erwähnen, es gibt daher einen extra Bericht dazu, gerade die Objektive sind da schon eine eigene Rubrik wert.

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