Fünfziger


Da gibt es meiner Meinung nach nicht viel zu zu sagen oder eben doch sehr viel. Das Turnschuhzoom, die Standardbrennweite eines jeden Systems. Bevor das Zoom so populär geworden ist hatte im Grunde jedes Kit ein Gehäuse mit einem 50er. Die Praktika meines Vaters hatte ein sehr schönes Meyer 2.8/50, genau wie meine erste X700 ein MD-Rokkor 1.7/50 hatte. Beide habe ich im Laufe der Zeit sehr schätzen gelernt. Beide bilden sehr gut ab und überraschen immer wieder, wo sie doch der günstige Ausgangspunkt eines System waren…

Ich fange dies hier mal umgekehrt an, ich schreibe gleich wofür ich mich entschieden habe und später dann wenn ich alles ausgeschlossen habe und warum. Schreibt sich einfacher, denn gerade was die 50mm Brennweite angeht, bin ich sehr genau, ich mag sie sehr gern. :D


Mein Favorit in der Tasche ist das MC-Rokkor 3.5/50 Macro.

Ich hatte die Tage mit f1.2 angefangen zu „üben“ und bin zum einen recht zufrieden gewesen, habe mich zum anderen aber auch da wieder gefunden wo ich schon zu analogen Zeiten war. Ein solches Objektiv ist im Grunde erst ab f2.8 wirklich zu gebrauchen. Vorher ist die Abbildung, vorsichtig ausgedrückt, weich. Außerdem ist der Fokusdistanz unterhalb f2.8 so kurz, das 2 von 3 Bildern nicht auf den Punkt sitzen, einfach weil man ein paar Millimeter zu kurz oder zu weit fokussiert hat. Das wird jetzt um so deutlicher, da die 24 Megapixel der α7 da keine Zweifel aufkommen lassen. Da ist eine 100% Ansicht eben sehr genau.
Vor 10 Jahren (und bestimmt 50 Jahre davor) war das Objektiv dazu noch gerechtfertigt durch die „Low Light“ Fähigkeiten und das viel hellere Sucherbild. Beides kann ich an einer α7 im Grunde nicht mehr gelten lassen. Der Sucher regelt die Helligkeit automatisch nach wenn ich abblende (im „A“ Modus) und die Kamera liefert nach sehr feine Bilder bei ISO3200. Selbst bei ISO12800 werden die Bilder noch besser als alles was Fuji und Kodak bei ISO1600 abgeliefert haben (egal ob farbig oder monochrom)…

Gestern habe ich da ein breiteres Spektrum eingepackt und dank schönen Wetter einiges an Aufnahmen gemacht. Dabei waren im Kern ein MC-Rokkor 1.4/58mm, ein MD 1.7/50mm und eben das oben benannte MC-Rokkor 3.5/50 Macro. Alle drei haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen, bestechen aber durch ihre Vor- und Nachteile. Das 1.4/58, bildet sehr schön ab und beginnt auf einer höheren Basis als das f1.2. Eine Stufe abgeblendet gefällt es sofort. Das 1.7/50mm war nicht so stark wie erwartet, was aber an dem Exemplar liegen kann. Da werde ich auf jeden Fall noch einmal testen. Diese drei kann man im Grunde ab f2.8 nicht mehr unterscheiden. Vielleicht ein wenig am Bokeh, aber da muss man dann schon wissen welches welches ist um das zu erkennen.

Das 3.5/50 hat gegen den Rest aber einen ganz entscheidenden Vorteil, das „Macro“ im Namen ist Programm. Das Objektiv bildet (ohne den mechanischen Zwischenring) 1:2 ab, ist sehr scharf und hat ein butterweiches Bokeh. Es ist schlicht und ergreifend der beste Allrounder. Die Lichtstärke ist hier nicht das dicke plus, es ist die Abbildungsqualität selbst.


Holunderblüten, Minolta MC-Rokkor 3.5/50 Macro, @f3.5, 1/120s


Ich möchte hier erwähnen, das keines der Bildbeispiele geschärft, unscharf maskiert oder sonst irgendwie in Bezug auf die Abbildungsschärfe manipuliert ist. Die Bilder sind nur in Bezug auf Weißabgleich und Farbe korrigiert und dann aus Lightroom ohne nachzuschärfen exportiert. Ich möchte schon den „echten“ Eindruck vermitteln.
Außerdem sei hier auch angebracht, das durch die mangelnde Kompression, die Größe der Bilder etwas gelitten hat. Die Bilder liegen so zwischen 300 und 500 Kilobyte. Ich hoffe das der Bildeindruck das wieder wett macht ;).


Einzelähre, Minolta MC-Rokkor 3.5/50 Macro, @f3.5, 1/320s


Folgend der Detailausschnitt. Vorsicht ! Der Ausschnitt ist recht groß und sprengt die Maße der meisten Monitore. Er öffnet sich daher nicht in der Lightbox, sondern auf einer extra Seite.


Einzelähre Detail, Minolta MC-Rokkor 3.5/50 Macro, @f3.5, 1/320s


Das spricht doch für sich, oder? Da kann ich auf die höhere Lichtstärke verzichten und setze auf die Abbildungsleistung. :D
Ich habe da noch zwei mehr, die das ein wenig unterstreichen sollen. Ich meine auch das ich den Bogen mit dem Fokus Peeking langsam raus habe….


Distel, Minolta MC-Rokkor 3.5/50 Macro, @f8, 1/320s, ISO800


Mohn im Korn, Minolta MC-Rokkor 3.5/50 Macro, @f3.5, 1/320s, ISO200


Ich muss vielleicht noch etwas überlgen um lichtstärker zu werden, aber das erledigt sich möglicherweise über die Auswahl des Fünfunddreißigers. Da habe ich ja auch noch eine größere Auswahl und kein Macro (:D). Aber da wären das AF 1.4/35 G oder, jetzt am Anfang ohne den LA-EA4, MC 1.8/35 oder/und MC 2.8/35.

Hier lade ich bestimmt auch noch das eine oder andere Beispiel für andere Fünfziger hin. Wie gesagt, meine Entscheidung soll ja auch plausibel sein…..

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