Der Rumpfbau


Rumpfbau, wie ich finde eines der spannendsten Themen rund um den Schiffsmodellbau. Möglich sind hier die Bauten auf GFK/CFK Basis und eben ganz Old School aus Holz in den verschiedensten Formen. Ich halte das für eine sehr zweischneidige Geschichte. Zum einen kann man im Regattabetrieb kaum auf moderne Werkstoffe verzichten. Die Rümpfe, und damit die Boote, werden einfach viel stabiler bei einem geringeren Gewicht.
Allerdings meine ich das für ein klassisches Boot auch der klassische Werkstoff verwendet werden sollte, also Holz. Gewicht ist hier nicht der entscheidende Faktor und an einem klassischen Schärenkreuzer geht doch nichts über einen sauber beplankten Rumpf.

Nach reichlich Diskussion und reiflicher Überlegung werde ich das Boot aus Mahagoni und Teak bauen. Mahagoni für den Rumpf, ganz klassisch und in diesem Fall auch originalgetreu und Teak für das Deck. Da bewege ich mich aber ein wenig weg vom Original. Die Schärenkreuzer die ich in meiner Umgebung schon einmal zu sehen bekommen habe, hatten Teakdecks, aber das war in Schweden nicht üblich. Ich habe da aus verschiedenen Quellen erklärt bekommen, das Kiefer dort die erste Wahl war. Schlicht und ergreifend weil Teak sehr teuer war (und immer noch ist) und, was mindestens genauso ausschlaggebend war, es ist schwer. Die 15er Schärenkreuzer waren Regattayachten. Da War das Gewicht am falschen Platz von großer Bedeutung.
Trotzdem werde ich Teak nutzen, einfach der Optik wegen. Wie auf den 1:1 Vorbildern, werde ich das Teak nicht behandeln. Ich erhoffe mir einen schönen Kontrast zum lackierten Rumpf.

Aber zum Aufbau, Spanten musste ich dieses Mal ja nicht sägen. Durch freundliche Unterstützung habe ich gegen einen absolut fairen Obolus einen Spantensatz erhalten (und eine CD mit äußerst hilfreichen Bildern). Also habe ich eine passende Helling aus dem was ich hatte gebaut und die Spanten aufgestellt. Eine Anmerkung, viele Kollegen haben sich anhand der Bilder über die massive Helling gefreut. Das ist halt das Material was ich hatte. Es geht also auch „kompakter“. Aber es sollte in jedem Falle stabil sein, damit sich der Rumpf während des Baus nicht verwindet.

Helling mit Spanten

Helling mit Spanten

Schon jetzt ist zu erkennen das der Rumpf wunderbare Linien haben wird. Aber erst einmal müssen die Planken dran…

Angefangen habe ich damit die Kielleisten einzukleben und Mockups für die Bodenbretter und Kajütwände zu bauen. Die lassen sich, wenn fertig beplankt ist, nicht mehr so leicht anpassen. jetzt kann man sie schön von außen anschleifen.

Kielleisten

Pflichtboden

Mit den Kielleisten habe ich etwas dazu gelernt. Bisher habe ich die immer aus einem massiven Stück Holz gebaut. Also aus einer 5x10mm oder 6x9mm Leiste. Hier ist die Idee das mit drei übereinander liegenden Leisten zu lösen, also statt einer dicken, drei schmale Leisten im Verbund. Sehr clever, denn das Biegen ums Kiel ist so deutlich einfacher.

Und nachdem das fertig ist, geht es los mit dem Anbringen der Planken.

 2013-11-10

Weiter geht es, wie nicht anders zu erwarten, geht es jetzt Stück für Stück vom Deck zum Kiel. Allerdings dauert das etwas, eben immer eine Leiste zur Zeit.

Planke 5

Spiegelschluss

Wie man sehen kann, ist hier der Spiegel hinten schon geschlossen. Zumindest halbwegs mit Berechnung habe ich den Ansatz der zweiten Planke so platziert, das ich mit der fünften an der Kielleiste ankomme. Das ich quasi nichts basteln muss. Ist nicht perfekt, aber dicht dran :D. Ich habe das zweite Foto extra so gemacht damit man meine Göhl sehen kann. Ursprünglich wollte ich es etwas schicker und aufwendiger gestalten, habe es dann aber doch gelassen. Schließlich muss doch noch Raum nach oben bleiben für das nächste Model.

 2013-11-20

Und wieder geht es ein kleines Stück weiter, die Plankenreihen wachsen. Aber Heute habe ich das Augenmerk mal auf die Details. Ich habe die Unterseiten der beiden Unterzüge in der Pflicht ja schon verleimt und verschliffen. Ich habe mir da überlegt das ich jetzt, wo alles auf dem Kopf steht, da noch recht gut ran komme und vor allem sehen kann ob ich wirklich überall hingekommen bin. Also habe ich vorsichtig diese Brettchen mit Epoxidharz wasserfest gemacht. Die erste Lage ist auch schön ausgehärtet. Ich werde das jetzt noch einmal anschleifen und eine zweite Lage draufbringen, damit es wirklich dicht ist. Später komme ich da nicht mehr dran.

Unterboden Unterzug

Unterboden Unterzug

…und wo ich gerade mit Epoxidharz unterwegs war, habe ich auch gleich ein Reststück Mahagoni eingetaucht. Schließlich sieht gerade Mahagoni unbehandelt nicht wirklich beeindruckend aus. Mit Harz bestrichen oder Bootslack lackiert aber schon, ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden. Ich denke ich werde aus einign Resten eine Probefläche bauen und zur Probe lackieren. Einfach schon um den „Workflow“ gut hinzubekommen und so kann ich meine Fehler am Testobjekt machen und nicht direkt auf dem Rumpf.
Auch wenn das Harz durchs Tauchen viel zu dick aufgetragen ist, die Maserung leuchtet und schimmert schön. Ich bin zufrieden

Mahagoni in Epoxidharz

Mahagoni in Epoxidharz

Ansonsten geht es weiter langsam vorwärts, nicht so schnell wie ich es erhofft habe, aber es geht immer noch vorwärts. Mein Heck ist jetzt komplett geschlossen, was zum einen bedeutet das auf beiden Enden angepasst werden muss und das die hinten raus stehenden Ende nicht mehr nerven ;D. Insgesamt bin ich aber wirklich zufrieden mit meinem „angepasse“. Ich wollte schon dass das Heck symmetrisch wird.
Aber auch der Rumpf bekommt eine schöne Runde Form. Das was man vorher nur erahnen konnte, nimmt jetzt Leiste für Leiste Gestalt an…

zu isses

wohlgeformt

 2014-02-16

Bau mit Planken dauert. Hat bei mir zwei Gründe, einmal die Art des Baus an sich und außerdem Zeitmangel bedingt durch die reale Welt außen herum. Weihnachten war zwischen durch, ich war recht viel unterwegs und ich hatte mir auch eine kräftige Grippe eingefangen.
Aber ich nähere mich dem Ende der Rumpfbeplankung. Wie auf den Bildern zu sehen ist, winde ich mich um den Bogen zwischen Rumpf und Kiel. Dabei gilt es zwei recht neuralgische Punkte zu meistern.
Einmal der Ansatz der Ruderwelle und der Übergang in die Senkrechte am Bug.

Kiel am Bug

Ruderwellenansatz

Wie man sehen kann, habe ich auch im Unterschiffbereich das Sperrholzkiel noch mit einer Mahagonileiste belegt. Da war ich mir nicht so sicher, ob der Konstrukteur das so vorgesehen hat, aber es erschien mir sinnvoll, so ist mehr „Futter“ da um den Bug sauber auszuarbeiten und vor allem bekommt der Kielboden mehr Volumen, zumindest gefühlt.

Da ich nun auch in der Biege angekommen bin, konnte ich nicht mehr aushalten und habe den Exzenter ausgepackt und angefangen zu schleifen. Die Ungewissheit ob der Bug wird oder nicht war schon recht erdrückend. Das Ergebnis liegt, meiner Meinung nach, bei 90%. Ich habe zwar einen dicken Schmiss drin, also ein kleines Loch dank ungeschicktem Schleifen, aber ich denke den bekomme ich ganz gut kaschiert. Für den nächsten Rumpf werde ich aber definitiv wieder Sponungen einbauen.

Wie man sehen kann, kommt das Holz sehr gut heraus. Die Quälerei mit den harten Leisten hat sich also gelohnt. Mein Respekt vor Lothar, der das Boot in Eiche gebaut hat, wächst ins unermessliche, denn die Leisten dürften noch mal deutlich widerspenstiger sein.

Ich pflege jetzt auf jeden Fall das Ziel zeitnah den Sack zu zu machen, dann geht es hier auf jeden Fall weiter.

angeschliffener Bug

angeschliffener Bug

 2014-03-02

Leider bin ich doch nicht so schnell wie ich gehofft habe. Oder sagen wir mal ich war so schnell wie ich gehofft habe und ich habe es fast versaut. Ich habe auf den letzten drei Reihen zu schnell weiter gearbeitet. Mit dem Ergebnis das sich die unterste der drei Leisten gelöst hat und einen kleinen Hohlraum gebildet hat, auf beiden Seiten. Also habe ich sie wieder abgerissen und fange noch einmal an. Diesmal aber pro Tag eine Leiste, die paar Tage mehr machen jetzt auch keinen Unterschied mehr. Aber dafür ist das Kiel dann vernünftig gebaut….

Gut aussehen tut es trotzdem wenn es verschliffen ist. Ich erfreue mich jedes mal wenn ich in den Keller komme.

Rumpf zu Kiel

feine Linien, der Bug

mein Schiff

Gipfelsturm, schön ruhig

Sechs Planken noch bis zum Gipfel, also wird die Woche dieses Mal wohl stimmen…

und hier geht es direkt weiter, wenn es soweit ist

 

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