Tag 04, Montag, 24.09.2007


 

 

Dorfkirche, Genêts

Über Nacht hat tatsächlich die Welt begonnen unter zu gehen. Nicht nur das es über Nacht (sehr ergiebig) angefangen hatte zu regnen, nein, der Wind ist auch ordentlich aufgefrischt, was, da wir sehr nah an der See sind, bedeutet, das es doch recht ungemütlich war. Aber unser Platz Gestern war bedacht gewählt (durch Zufall), wir hatten zwar Wind in den Bäumen und ordentlich Regen, aber nur Pappeln um uns herum. Ein paa Plätze weiter waren aber Eichen und es regnete zahlreich Eicheln. Einige Wohnwagen von Dauercampern sahen dann Morgens auch dem entsprechend aus.

Genêts

Aufgrund des Wetters gingen wir dann zu „Plan B“ über, wir blieben am Ort. Im strömenden Regen abbauen wollte ich dann doch nicht unbedingt und es waren gegen Nachmittag hin ja auch Wolkenlücken angekündigt. Also blieben wir liegen und begannen den Tag sehr ruhig. Später, nach einem gesunden und sehr reichhaltigen Frühstück (Seeluft macht hungrig) hörte es auf zu regnen und wir verpackten uns für einen Abstecher in den Ort es war Nachschub an Getränken zu beschaffen und das eine oder andere für den Ernährungsvorat. Kakao wäre das im speziellen zu erwähnen, den haben wir nämlich vergessen. Max war untröstlich das es keinen Kakao zum Frühstück gab. Mir war da die Boulangerie wichtiger, das Brot, egal welcher Machart, ist große Klasse hier. Da ist es schwierig zu akzeptieren das man keines hat, wenn man schon einmal da ist :).

in den Dünen

Genêts entspricht dann auch dem was ich von einem Dorf an der See erwartet habe, wenn auch in der bretonischen Ausführung. Viele kleine aneinander gedrängte Häuser, die aber alle irgendwie einen französischen Charme ausstrahlen. Die Boulangerie war (natürlich) geschlossen, ausgerechnet in der Woche in der wir hier vorbei kommen ist sie geschlossen, na ja. Aber nach einer weiteren halben Stunde durchs Dorf und der freundlichen Auskunft Einheimischer hatten wir auch den „Tante Emma Laden“, eine Epicerié. Auch waren die Leute sehr nett und halfen uns weiter. Unser Französisch ist leider so gut wie unser Althebräisch, nämlich sehr schlecht bis nicht vorhanden. Überhaupt muss ich sagen das ich nicht erwartet habe das die Leute „so“ sind. In Sachen ihrer Sprache und Fremdsprachen (insbesondere Deutsch) haben die Franzosen ja einen Ruf (ob gut oder schlecht Maße ich mir zu urteilen mal nicht an). Zumindest hier bin ich sehr angetan von den Franzosen und fühle mich in der Entscheidung hier her gekommen zu sein mehr als bestätigt.
Glücklicherweise gab es in dem kleinen Laden „Ersatzdrogen“, sehr leckeres Baguette und ein sehr wohlschmeckendes süßes Brot, leider weiß ich nicht wie es heißt, aber mit Butter und Tomate ist es großartig.

Genêts

Genêts

Damit war das Mittag auch gesichert und ich hatte auch ein paar bessere Aufnahmen im Kasten, denn es hörte nicht nur auf zu regnen, nein gegen Mittag war auch die Sonne wieder da. Wie man ja selbst bei uns zu Hause sagt:“Wenn dir das wetter nicht passt, warte einfach 10 Minuten“. Ich habe die Nähe zum Wasser wirklich vermisst.

Priel im Watt

Nach dem Mittag haben wir dann die beiden Kleinen winddicht verpackt und die Regensicherung eingepackt, man weiß ja nie. Bei der Gelegenheit, ein Kinderwagen im Wohnmobil ist eine Plage. Leider haben wir nicht wirklich viel Stauraum und schon gar nicht für etwas so sperriges wie den Kinderwagen, na ja wir haben ihn mit etwas Geschick und zerlegen für unser einziges Außenstaufach passend gemacht. Beim nächsten Mal müssen wir darauf besser achten. Aber egal, wir sind dann raus ans Meer, dafür sind wir ja schließlich hergekommen. Aber Pech, leider war das Meer nicht da und hier kann „Meer nicht da“ ja fast 15km bedeuten. Zum Glück waren wir eher kurz vor Flut als kurz vor Ebbe, sonst hätte Max noch Recht behalten mit der Behauptung:“Hier kommen wir ja nie mehr ans Meer.“

Aber gerade für Max ist der Urlaub jetzt gerettet denke ich wir haben schön im Sand gespielt, Muscheln gesammelt, „Schätze“ angehäuft (Stöcker und Steine), eben unseren Spaß gehabt. er war dann auch sehr glücklich als wir zurück waren, gerade rechtzeitig vor einem sehr ergiebigen Regenguß.

Weiden im Wind

Für mich gab es dann auch noch das eine oder andere Motiv das es abzulichten galt und auch noch den einen oder anderen Erklärungsversuch zum Thema Ebbe und Flut. Ist schon ein schwieriges Thema, Schwerkraft ist ja noch nicht so komplex, Aber das der Mond auch Schwerkraft hat und damit das Wasser auf der Erde anzieht. Ich glaube so 100% seriös und glaubwürdig war ich nicht in de Augen eines Vierjährigen. Aber zumindest hat er verstanden das bei Ebbe das Wasser weit weg ist, bei Flut ganz dicht und das man vorsichtig sein muss damit einen das Wasser nicht überholt. Wenigstens etwas, die Sicherheitsthemen sind akzeptiert und werden/wurden ohne Diskussion umgesetzt.

Heute Abend gab es dann lecker Milchreis und es war allen (besonders Max und Mariam) anzumerken das der Tag ohne „Auto fahren“ gut getan hat. Bis zur Rückreise sind die Etappen ja dann auch nicht mehr so lang. So das Wetter mitspielt geht es Morgen auf den Le Mont St Michel und dann nur ein keines Stück weiter die Küste entlang. Martina hat einen Campingplatz entdeckt mit Zugang zu einer Muschelfarm. Mal schauen ob ich mich an die Austern ran traue ;)

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