Schreiberlinge – oder besser: Füllfederhalter


 

Waterman Forum

 

Füllhalter, das Schreibinstrument meiner Wahl. Heute schreibe ich, wenn möglich, ausschließlich mit Füllfederhaltern. Aber immer war das sicher nicht so. Ich habe mal angefangen, wie die meisten meiner Generation, mit einem Heiko Primus, dem mehr oder weniger Standard Schulfüller in der DDR. Zu dieser Zeit bestand da keine Affinität, ich glaube ich habe bis zum Abschluss der vierten Klasse unzählige davon über den Jordan geschickt, meine Mutter ist sich ziemlich sicher. Ich kann nicht mal mehr sicher sagen ob dies an der Qualität des Füllers oder an meinen begrenzten Schreibfähigkeiten lag, wohl eher die Fähigkeiten, wir mochten uns einfach nicht. Mit dem Beginn der fünften Klasse, hat sich das Verhältnis Füller/Mark zwar verbessert, ich habe aber Bleistifte deutlich lieber genutzt und später, zum Ende der Schulzeit hin und Beginn der Ausbildung, kamen dann auch Fineliner und Tintenroller dazu.
Richtig affin geworden bin ich durch einen Zufall. In meiner Ausbildung habe ich mir einen Waterman Füller für zwanzig Mark gekauft, der war in Schwerin damals etwas echt außergewöhnliches, wer kannte dort schon Waterman. Der Füller schreib wie die eins. Plötzlich gab es verschiedene Federstärken und Patronen in verschiedenen Tintenfarben. Und, natürlich machte es auch Eindruck mit einem Füller statt einem Kugelschreiber oder Fineliner zu schreiben, auch wenn es nur ein günstiger war. Von da an waren der Füllfederhalter und ich gute Freunde und seid dem werden es mehr und mehr Stifte. Mit fast allen schreibe ich auch. Irgendwann kamen dann auch Tinten dazu, die Heute eigentlich dominieren. Die Vielfalt ist größer und die sind im Normalfall auch nicht so teuer.

Mein Waterman, von dem ich lange zeit nicht mal sagen konnte wie er weiter heißt, habe ich immer noch, er liegt jetzt wieder auf meinem Schreibtisch und ist trotz Alters und nicht so aristokratischer Herkunft die Nummer eins beim Schreiben. Warum wieder, ganz einfach, ich habe den Stift jetzt fast fünfundzwanzig Jahre in Gebrauch. Am Anfang hatte ich keine Ahnung und habe ihn nur benutzt, Heute, wo ich alle anderen Stifte ständig reinige, habe ich mich nicht mehr getraut, weil ich ihn nicht kaputt machen wollte. Dazu kam, auf dem Stift steht außer Waterman keine Bezeichnung. Ich hatte also lange keine Ahnung, um was für ein Modell es sich handelt. Das er recht günstig war, half auch nicht wirklich, da Sammler ja eher hinter den teuren Exemplaren hinterher sind.
Ein Zufall hat mir geholfen und auch einen großen Impuls für diese Rubrik geliefert, Ich habe Volker von PenParadise kennenlernen dürfen. Volker ist Spezialist und Sammler für Waterman Füller. Nach kurzer Recherche in seinem unendlichen Fundus an Waterman Katalogen, stellte sich heraus, es ist ein Waterman Forum und, viel besser, Volker hat ihn mir überarbeitet. Jetzt schreibt er wieder wie am ersten tag, oder besser.

Hier möchte ich gern meine Erfahrungen und Eindrücke einiger Modelle teilen. Eben von denen die Eindruck hinterlassen haben. Eben gerade wegen solcher Erfahrungen die ich mit dem Waterman machen durfte.

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